ANSCHLUSSFÄHIG: Unsere Sprache und was sie mit mir macht.

Sprachspiele

ANSCHLUSSFÄHIG: Unsere Sprache und was sie mit mir macht.

Ein Haiku zum Einstieg:

Anschlussfähigkeit
suggeriert Schnellzugang zur
reichen Erkenntnis.

Neulich auf einer Vortragsveranstaltung: Der Redner lädt in seinem Impulsvortrag die ZuhörerInnen ein, sich seinen Gedanken zu nähern. Sozusagen, ihm beim Denken zuzuschauen. Er lädt sie ein, ihn auf seiner eigenen Entdeckungsreise zu begleiten.

In den Pausengesprächen nach dem Vortrag ist an der einen oder anderen Stelle zu hören – hier hat die A N S C H L U S S F Ä H I G K E I T gefehlt. Er hätte sich doch besser überlegen sollen, wer denn im Publikum sitzt und dafür adäquate Formen finden müssen. Andere Teilnehmer fanden es sehr anregend, wieder andere wurden sehr direkt zum Widerspruch angeregt.

Das hat sofort meine Neugierde geweckt.

Wie kommen diese unterschiedlichen Einschätzungen zustande?

Was ist eigentlich der Unterschied, der den Unterschied ausmacht? Wann ist man anschlussfähig? Was erwartet denn heute das Publikum?

Das Verb „erwarten“ erscheint mir sehr ergiebig. Mit welcher Erwartungshaltung kommen Sie in solche Veranstaltungen? Geht es darum, sich berieseln zu lassen, sich unterhalten zu lassen mit Thesen, Wahrheiten oder Meinungen, die Sie in Ihren Ansichten, Einschätzungen, Bewertungen bestätigen? Geht es darum, einen witzig-spritzigen Event zu erleben, bei dem Sie sich später noch an den tollen Redner erinnern können, jedoch nicht mehr daran, worum es eigentlich ging? Geht es Ihnen eher darum, geistig herausgefordert zu werden, andere Perspektiven auf Themen zu erhalten und sich mit diesen aktiv auseinanderzusetzen, dazuzulernen, eigene Haltungen zu hinterfragen? Je nachdem wird Ihre Reaktion auf den Redner ausfallen.

Ihre Entscheidung

Es ist und bleibt Ihre Entscheidung, mit welcher Erwartungshaltung Sie einem Redner zuhören. Welche Erwartungshaltung Sie für sich wählen, denn jede hat ihre Berechtigung. Hier empfiehlt sich nur, sich die Veranstaltungen auch nach diesen Erwartungen auszusuchen. Denn immer dann, wenn Sie mit der „richtigen“ Erwartungshaltung in der „falschen“ Veranstaltung sitzen, ist es eher leicht zu sagen, das war nun aber nicht anschlussfähig. Sie haben dann jedoch eine Stunde Ihres Lebens verschenkt. Wie gesagt, es ist Ihre Entscheidung!

Cornelia Strobel
<img src="http://www.das-entscheiden.com/wp-content/uploads/2017/03/Conny-Strobel.jpg" /> <br><br> <b>Zur Person:</b> <br> Dr. Cornelia Strobel begann ihre berufliche Laufbahn als Wissenschaftlerin, Sachbearbeiterin, Programmleiterin und Führungskraft bei der MTU Aero Engines GmbH. Nach Gründung eines Ingenieurdienstleistungsunternehmens wurde sie Mitglied in der Unternehmensleitung mit den Schwerpunkten Marketing/Vertrieb und übernahm die Leitung einer Business Unit. Ab 2005 war sie als Beraterin und Leiterin der Region Süd für die Mühlenhoff Managementberatung tätig. <br><br> Seit 2011 ist Dr. Cornelia Strobel Gesellschafterin und Geschäftsführerin der NEXT IMPACT GmbH und leitet die Zentrale in München Bogenhausen. <br><br> <b>Auf einen Blick:</b><br> Studium der Chemie und Promotion<br> Systemischer und hypnosystemischer Coach, Team- und Organisationsberaterin<br> Philosophisches Jahr<br> Kontinuierliche Weiterbildung und Supervision in systemischen und hypnosystemischen Coachingmethoden und -verfahren<br> Zertifizierte KAIROS®Beraterin für Entscheidungs- und Problemlösungsverhalten<br> Zertifizierte DECISIO-Beraterin und Ausbilderin für die Gestaltung bewusster Entscheidungsprozesse<br> Systemische Organisationsberatung nach dem PENTAEDER-Modell<br> Ausbilderin im PENTAEDER-Institut<br> Vorstandsvorsitzende des PENTAEDER-Instituts<br> 25 Jahre Tätigkeit in leitender Funktion in Industrie und Managementberatung<br> <br><br>

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