Sprachanalyse zu Denken-Entscheiden-Handeln


Sprachanalyse zu Denken-Entscheiden-Handeln

… angeregt durch den sehr interessanten Artikel “Erst mal eine Arbeitsgruppe” in der Süddeutschen Zeitung vom 12. Oktober zum Thema, dass die EU-Kommission ein Konsortium der europäischen Automobilindustrie zur gemeinsamen Fertigung von E-Auto-Batterien auf den Weg bringen will. “Es geht um viel, genau genommen um fünf Millionen potenzielle Jobs und einen Markt von 250 Milliarden Euro, sagt der EU-Kommissar.”

Die Sprachanalyse mit dem Fokus “was wird indirekt über das gemeinsame Entscheiden, den Entscheidungsprozess gesagt” finde ich sehr spannend und aufschlußreich. Er bringt immer wieder neue Perspektiven und Erkenntnisse. Es lohnt sich – persönlich und ökonomisch.

Am konkreten Beispiel:
Der Kommissar sagt. “Wir müssen gemeinsam handeln und wir müssen jetzt handeln.” Und im ganzen weiteren Artikel wird immer wieder von Handeln geschrieben. Wenn von Handeln geredet wird, an das nötige Handeln der anderen appelliert wird – mehr oder weniger dramatisch verzweifelt oder versteckt ratlos – dann heißt die eigentliche Information wohl: Entscheidungen werden offensichtlich nicht getroffen, der Entscheidungsprozess stockt oder droht in eine unbeliebte Richtung zu laufen, höchstwahrscheinlich fehlt eine gemeinsame Orientierung oder ein gemeinsamer Sinn der relevanten Akteure, Zeitverlust durch Inaktivität im Entscheiden fehlt.

Es ist wahrscheinlich unklar oder unausgesprochen, ob sich die Leute überhaupt zu einem Entscheidungsprozess getroffen bzw. verständigt haben. Und es wirkt sich garantiert fatal aus, wenn die Beteiligten so tun als ob sie großes Interesse an einer gemeinsamen Entscheidung hätten, aber de facto nichts anderes tun als Interessen/Claims abstecken und/oder Zeit gewinnen wollen. So schaut’s aus, als Ergebnis einer “Sprachanalyse mit Fokus auf Entscheiden”. Zumindest weiß man, dass mit solchen Etikettenschwindel wertvolle Zeit aller Beteiligten verschwendet wird. Und dass ein sauberer Prozess des Entscheidens die unabdingbare Voraussetzung für wertschöpfendes Handeln ist.

Othmar Sutrich
<img src="http://www.das-entscheiden.com/wp-content/uploads/2017/03/Othmar-Sutrich.jpg" /> <br><br> <b>Zur Person:</b> <br> Diplomkaufmann, MBA Insead<br> Inhaber der Sutrich Organisationsberatung in München und Wien.<br> Seit 1980 als Komplementär-Berater tätig<br> Bis 2014 Lehrbeauftragter an der Donauuniversität Krems für „Angewandtes Systemdenken“ und „strategisches Management“<br> 10 Jahre Vertriebsleitung und kfm. Geschäftsführung in einem Verpackungskonzern<br> Co_Entwickler des KAIROS® Entscheiderprofil und der DECISIO® Prozesslandkarte<br> Mit Bernd Opp Entwickler des PENTAEDER®Modells<br> Mitgründer des PENTAEDER®INSTITUTS<br> <br> <b>Schwerpunkte:</b><br> Organisationsberatung zum Thema „Entscheiden in Organisationen“ anhand des PENTAEDER®Modells<br> Konzeption und Moderation von Strategieklausuren/Workshops<br> Prozessoptimierung und –innovation mit dem KAIROS® Entscheiderprofil und der DECISIO® Prozesslandkarte<br> Führungskräfteentwicklung<br> Coaching von Unternehmern, Führungskräften und Führungsteams<br> <br> <b>Direkt-Kontakt:</b><br> <a href="mailto:othmar.sutrich@me.com">othmar.sutrich@me.com</a> <br><br>

One comment

  1. Cornelia Strobel

    Dass ein sauberer Prozess des Entscheidens die unabdingbare Voraussetzung für wertschöpfendes Handeln ist. Insbesondere in einem derartig komplexen und von vielen Interessen „geplagten“ Geschäft, wie die Politik. Das kann ich nur aus vollem Herzen unterstützen.

    In wie weit die anderen Vermutungen auf Wissen, eigenem Erleben oder Spekulation beruhen, vermag ich nicht einzuschätzen. Hätte mir jedoch bei der Würdigung des Beitrag sehr geholfen.

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